LandschaftsarchitekturWettbewerbe

5. Preis | LGS Wangen
Landesgartenschau

Wangen | BW

Jahr
2014

Umfang
Realisierungswettbewerb
 
Auszeichnung
5. Preis
 

Leitideen / Übergeordnetes Konzept

Die wirtschaftlichen Entwicklungen mit dem einhergehenden Wandel von einem Produktions- zum Dienstleistungsstandort machen auch vor Wangen nicht halt. Planerische Herausforderung ist es aus diesem Trend neue, positive Impulse für die zukünftige Ausprägung der Stadt- und Parklandschaft Wangens entgegenzusetzen. Gefragt sind tragfähige Ideen für einen zukunftsweisenden Umgang mit der vorhandenen denkmalgeschützten Bausubstanz einerseits und die Schaffung neuer Verknüpfungspunkte zwischen dem vorhandenen Grün und der Stadt anderseits.
Ein zentrales Anliegen ist es den urbanen Raum mit der umgebenden Landschaft zu verflechten. Essenziell  sind dabei, die als horizontales Bindeglied angelegten Alleen, welche den Landschaftsraum mit dem Stadtgebiet verweben. Gleichzeitig wird so besonders die Verbindung zwischen der Altstadt und den städtebaulich neu entwickelten Gebieten „ERBA-Gelände“ und „Auwiesensiedlung“ gestärkt. Hervorzuheben sind hier insbesondere der neugeschaffene „ERBA-Platz“ als  Auftakt des neuen Städtebaues und der entstehende Festplatz als Tor zur Altstadt. Diesen Freiräumen kommt als jeweiliger Schnitt- und Übergangspunkt eine hohe funktionale Bedeutung zu. Senkrechte Alleen stärken zusätzlich die Verknüpfung der Stadt in die angrenzende Parklandschaft hinein. Generell entsteht so ein Spannungsbogen zwischen artifizieller Natur am Kanal und im Bereich des Stadtgebietes und den natürlichen Vegetationsstrukturen an der Oberen Argen.
Ein stark vernetztes Wegesystem verläuft in unterschiedlichen Hierarchiestufen durch den gesamten Planungsraum entlang der Oberen Argen und erschließt die Abfolge der einzelnen Parkanlagen: Hochwasserente, Bürgerpark und ERBA-Park, um diese Freiräume untereinander zu verbinden und aufzuwerten.  Dabei entsteht in räumlicher Abfolge ein Wechselspiel zwischen räumlicher Enge und einer inszenierten neu geschaffenen Weite. Strukturiert werden die Wege teilweise durch gewebeartige Belagsstrukturen - als Reminiszenz an das vormalig stadtbildprägende Standbein der Stadt.

 

Parkanlagen

Kennzeichnend für die Parkanlagen ist der Wechsel zwischen Enge und landschaftlicher Weite.  Von der Altstadt kommend bleibt die Enge und Dichte der Stadt noch im Bereich des Parks an der Hochwasserente bestehen. Der Rosengarten wird mittels eines Rundweges mit der Fischtreppe auf der Argeninsel und dem Altenheim verbunden. Weiter führt der Weg in Richtung Bürgerpark. Dort weitet er sich netzartig auf und durchzieht so die Landschaft. Der eigentliche Park ist hier der „grüne Rand“. Er besitzt eine differenziert ausgestaltete Flächenbelegung mit unterschiedlichen Funktionen zur Schaffung neuer Aufenthaltsqualitäten. Es finden dabei unter anderem der Caravan-Stellplatz, eine Anzahl von Spielplätzen, Freiflächen für Volleyball, Tischtennis, Klettern und eine Vielzahl von Pflanzungen ihren Platz.
Das umlaufende Grün inszeniert so die landschaftliche Weite der inneren Freiflächen, welche durch Sportanlagen gefüllt wird. Zentral im Park gelegen, führen die Wege zusammen zu einem Platz, welcher als „Verteiler und Treffpunkt“ für die möglichen sportlichen Aktivitäten fungiert und über eine Treppenanlage den Flussraum mit einbezieht. Wiederkehrende Bastionen entlang der Wege verknüpfen in die Weite. Wegbegleitend werden Elemente eines Trimm-Dich-Pfades installiert. Weiter verläuft das Wegenetz durch das Nadelöhr am Viadukt, weitet sich in Richtung des ERBA-Parks wieder auf und erschließt somit den Landschaftsraum, das neu entstandene Städtebauareal und den Kanalweg. Die Auwiesensiedlung bildet dabei den Kern des Erbaparks, welcher das gesamte Areal umspült und in das Siedlungsgebiet hineindringt.

 

Spielen am Fluss

Der Festplatz ist gefasst durch einen umlaufenden Rand aus Vegetation und darin angeordneten Funktionselementen. Der Blick auf die Fassade der Stadthalle wird freigestellt. Die Stellplätze südlich der Turnhalle dienen dem Dauerparken. Der Festplatz steht als flexible Parkplatzfläche zur Verfügung. Die Straßenführung im Platzbereich wird abgeändert um die Platzstruktur zu schärfen.

 

Ausstellungskonzept

Grundsätzlich gliedert sich das Ausstellungsgelände in zwei Teile. Zum einen werden die Flächen des neuen Städtebaues auf dem alten ERBA-Gelände und am Auwiesenweg genutzt. Zum anderen findet die Ausstellung im neugestalteten Bürgerpark ihren Platz. Die Erschließung der beiden Gelände erfolgt durch mehrere Zugänge, so dass die Besucher zwischenzeitlich auch den angrenzenden Landschaftsraum erkunden können.
Der Auftakt für das ERBA-Areal befindet sich am Spinnerreiplatz Die hier vorhandenen historischen Industriegebäude beherbergen Gastronomie und Information und bieten gleichzeitig die räumlichen Möglichkeiten für Seminare, Workshops, Hallenschauen und die Präsentation regionaler Produkte. Der neu geschaffene Landschaftskeil beherbergt Ausstellungsflächen zum Thema Energie und Landschaft. In Richtung des ERBA-Platzes finden sich weitere Ausstellungsflächen für Blumenschauen. Auf den Museumsterrassen und den Wegen des angrenzenden Hochkanals wird das Thema Energieerzeugung und die industrielle Geschichte der Bauwollspinnerei in den Mittelpunkt gerückt. Der Platz selbst bietet sich für die Nutzung zu Veranstaltungen an und beherbergt ebenfalls Gastronomie. Gleichzeitig kann hier auch das Gelände der Landesgartenschau betreten oder verlassen werden. Über den ERBA-Platz erschließt sich ebenfalls die Auwiesensiedlung. Hier besteht die Bebauung bereits in ihren Rändern und beherbergt in ihrem Inneren ebenfalls Ausstellungsflächen.
Auf dem Weg zum Ausstellungsareal des Bürgerparks wird das Gelände verlassen. Markant ist der Eintritt in das Ausstellungsgelände im Bereich des Eisenbahn-Viaduktes gestaltet. Die darauffolgenden Flächen spielen mit den unterschiedlichen Wasserständen. Auch im Bürgerpark beherbergt der vorhandene Platz die Gastronomie und eine Information. Ein „grünes Klassenzimmer“ läd auf der Argeninsel zum Erforschen und Erkunden der beheimatenden Flora und Fauna ein. Der nördliche Zugang zum Gelände findet sich ausgehend von den Parkflächen am Festplatz. Der umlaufende grüne Gürtel des Parks ist gefüllt mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Ausstellungsbereichen.