2. Preis |      Königsstraße 33

Jahr

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2018

Umfang

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Interdisziplinärer Realisierungswettbewerb

 

Auszeichnung

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2. Preis

 

Mit

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Atelier.Schmelzer.Weber

 

Das Plangebiet liegt eingebettet zwischen dem Travehang im Norden, mit seinem Blickbezug über die Altsatdt Bad Oldesloes, und dem Ensemble um die Peter-Paul Kirche im Südosten. Das Grundstück um das Gebäude der ehemaligen Volkshochschule gliedert sich gegenüber des Stadtmuseums in diese Potentialräume ein.

Das identitätsstiftende Gebäude der ehemaligen Volkshochschule bleibt im Konzept erhalten und wird durch einen Lichthof ergänzt und einer weiterführenden Nutzung zum Seniorenwohnen mit Gemeinschaftsräumen im Erdgeschoss zugeführt. Der Baustein des Seniorenwohnen wird mit Ein bis Zweiraumwohnungen ergänzt und beherbergt 22 Wohneinheiten, diese können flexibel zusammengeschaltet werden, wodurch größere Wohneinheiten entstehen können.

Ergänzt wird das Ensemble durch drei weitere Baukörper. So entsteht als Gegenüber des Stadtmuseums zwischen dem bestehenden Gebäude und einem neuen Baustein für den Sozialwohnungsbau, ein halböffentlicher Gemeinschaftshof. Dieser bietet die Erschließung der Gemeinschaftsräume des Seniorenwohnheims (ehemalige VHS) sowie der Sozialwohnungen im Osten. Insgesamt sind dort 9 Wohneinheiten mit Zwei bis Vierraumwohnungen verortet.

Als nördlicher Abschluss entsteht der „Stadtbalkon“ mit Blick über den Travehang. Kastenförmig geschnittene Gehölze spenden hier Schatten ohne die renovierte Fassade des historischen Gebäudes zu verstellen. Eine Treppenanlage verbindet die obere Ebene mit dem neuen Spazierweg entlang der Trave.

Der Travehang wird von seinen störenden Einbauten befreit. Der obere Hangabschnitt kann durch den Rückbau des Kellergeschosses der VHS flacher ausgebildet werden. Heimische, lichte Blühgehölze akzentuieren den Hang, lassen Blicke auf die Stadt zu und bieten Lebensraum für die Tierwelt. Das bestehende Großgrün wird weitestgehend erhalten. Als FFH-Gebiet wird die untere Böschung in einen naturnahen Zustand überführt. Der uferbegleitende Weg wird mit Bänken und einem Saum aus pflegearmen Wildstauden versehen.
Östlich am oberen Hang wird ein weiterer Baukörper für Familienwohnungen vorgesehen, welcher von der Blickbeziehung zur Altstadt profitiert. Insgesamt befinden sich 8 Wohneinheiten in gegliederten Stadthäusern mit separaten Zugängen von Außen. Die Wohnungen gliedern sich in Drei bis Fünfraumwohnungen.

Das Backsteingebäude im Westen wird mit einem ähnlich dimensionierten Baukörper durch weitere Wohnnutzung ergänzt. Beide Bausteine sind als Mehrgenerationenhaus mit je zwei Wohneinheiten ausgebildet, welche sich über die Etagen teilen. Jede Wohneinheit teilt sich in zwei Bereiche. Im Erdgeschoss der Seniorenbereich mit einem Schlafraum und Wohn-Essbereich sowie ein unabhängiger Zugang für die restlichen Bewohner des Mehrgenerationenhauses.

Die Erschließung des Areals erfolgt von Süden von der Königsstraße und im Nordosten vom Kirchberg. Parkiert wird vor dem VHS-Gebäude sowie in einer Tiefgarage, die als Halbgeschoss im Sockel der Sozialwohnungen die Höhendifferenzen innerhalb des Grundstücks aufnehmen kann. Insgesamt finden sich dort 44 Stellplätze für 43 Wohneinheiten wider.

Das neue Ensemble rahmt die Situation um das ehemalige Pastorat und die Kirche. Gleichzeitig entsteht durch die Ausbildung von Giebeldächern, in Fortführung der senkrecht zum Hang gerichteten Bebauung entlang der Trave, ein neuer Baustein in der stadtseitigen Silhouette.

Die Fassaden der neu entstehenden Bebauungen orientieren sich an den umliegenden historischen Gebäuden in ihrer Materialität und Plastizität. Dies wird durch die Verwendung von Backstein und rotem Beton untersetzt. Die neu geplanten Gebäude unterscheiden sich untereinander in ihrer Plastizität und Textur.

Durch das gewählte Fassadenraster von 60 cm ist eine individuelle Anordnung von Fensteröffnungen und Grundrisskonfigurationen möglich.

Abstände und Verhältnis der Gebäude zueinander reduzieren etwaige Verschattung und sorgen für ein gesundes Wohnverhältnis im Quartier.

 

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