
Das städtebauliche Konzept entwickelt ein prägnantes Ensemble aus drei eigenständigen, gestalterisch verwandten Baukörpern: Hochhaus, Forum und Hofhaus. Gemeinsam bilden sie ein identitätsstiftendes Gefüge mit klar ablesbaren Nutzungen und eigenständigen Adressen. Grundlage des Entwurfs ist das Prinzip „3 Architekturen, 2 Freiräume, 1 Bewegungsloop“, das die räumliche und funktionale Ordnung des Quartiers bestimmt. Entlang der Strehlener Straße entsteht durch eine offene, straßenbegleitende Randbebauung eine klare Raumkante und ein stadträumlicher Abschluss. Der Hochpunkt markiert als weithin sichtbares Merkzeichen den Auftakt des Quartiers gegenüber der HTW Dresden in Richtung Hauptbahnhof.
Das Forum fungiert als verbindendes Element und organisiert die Baukörper um einen gemeinsamen, öffentlichen Vorbereich. Das Hofhaus fasst den Stadtraum entlang der Strehlener Straße und der Uhlandstraße und schafft eine klare räumliche Kante. Durch die präzise Setzung der Baukörper entstehen differenzierte Platzräume und klar gefasste Stadträume mit unterschiedlichen Hierarchien und Atmosphären. Diese Abfolge von öffentlichen, halböffentlichen und privaten Bereichen ermöglicht eine intuitive Orientierung und stärkt die Adressbildung innerhalb des Quartiers.
Die beiden prägenden Freiräume – Stadtrambla und Sportwäldchen – spannen ein starkes landschaftliches Gerüst auf, das die Gebäude miteinander verknüpft und den Stadtraum strukturiert. Der durchgängige Bewegungsloop verbindet alle Bereiche miteinander, fördert Bewegung und Begegnung und macht die räumlichen Zusammenhänge unmittelbar erfahrbar. So entsteht ein lebendiges, durchlässiges Quartier, das sich selbstverständlich in den bestehenden Stadtraum einfügt und gleichzeitig eine eigenständige Identität entwickelt.
| Art des Verfahrens | Städtebaulich, hochbaulich, freiraumplanerisches Werkstattverfahren |
| Preis | 2. Rang |
| Ort | Südvorstadt, Dresden |
| Größe | 0,8 ha; ca. 25.000m2 BGF |
| Auftraggeberin | OFB Projektentwicklung GmbH |
| Zeitraum | 11/2025-03/2026 |
| Formation | BIEGE Burckhardt QUERFELDEINS |





Das architektonische Konzept basiert auf drei nutzungsspezifischen Gebäudetypologien, die durch eine gemeinsame Entwurfshaltung verbunden sind und zugleich als individuelle Architekturen ablesbar bleiben. Der Wohnturm vereint unterschiedliche Wohn- und Beherbergungsformen, das Forum schafft Raum für Bildung, Austausch und gemeinschaftliche Nutzungen, während das Hofhaus flexible Arbeits- und Laborstrukturen ermöglicht. Trotz ihrer funktionalen Eigenständigkeit treten die Baukörper als zusammenhängendes Ensemble in Erscheinung, das durch eine abgestimmte architektonische Sprache geprägt ist.
Alle Gebäude folgen einem klaren konstruktiven Prinzip aus Skelett, Kern und Ausbau, das eine hohe Anpassungsfähigkeit und langfristige Nutzungsflexibilität gewährleistet. Unterschiedliche Bauweisen – von vorgefertigten Elementen über massive Strukturen bis hin zu Holz-Hybrid-Konstruktionen – werden gezielt eingesetzt und materialgerecht kombiniert. Dadurch entstehen robuste, wirtschaftliche und nachhaltige Gebäude mit hoher Flächenökonomie, optimaler Belichtung und vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten.
Die Tiefgarage entwickelt sich konsequent aus dem optimalen Lastprinzip des übergeordneten Stützenrasters und bildet den gemeinsamen konstruktiven Sockel des Ensembles. Dieses durchgängige Tragwerkskonzept ermöglicht effiziente Spannweiten, einen hohen Vorfertigungsgrad und eine wirtschaftliche Realisierung. Gleichzeitig schafft es die Grundlage für flexible Grundrisse in den aufgehenden Geschossen. Die architektonische Ausformulierung der einzelnen Baukörper reagiert differenziert auf ihre jeweilige Nutzung und verleiht jedem Gebäude einen eigenen Ausdruck – eingebettet in eine übergeordnete Ensemblewirkung, die das Quartier als zusammenhängendes Ganzes erlebbar macht.







Die Freiraumgestaltung wird durch zwei markante Landschaftstypologien geprägt: die grüne Stadtrambla entlang der Strehlener Straße und das Sportwäldchen entlang der Bahntrasse sowie auf den Dachflächen. Beide Elemente bilden ein zusammenhängendes Freiraumsystem, das Orientierung schafft und unterschiedliche Nutzungen miteinander verknüpft. Die Stadtrambla fungiert als lebendige Adresse mit Aufenthaltsbereichen, Außengastronomie und durchgrünten Platzsituationen. Das Sportwäldchen ergänzt dieses Angebot um naturnahe Spiel-, Bewegungs- und Erholungsräume sowie eine weithin sichtbare Dachlandschaft. Ein durchgängiger Motion Loop verbindet alle Bereiche und macht das Quartier aktiv erlebbar. Versickerungsfähige Beläge, Retentionsflächen, klimaresiliente Vegetation und ein dezentrales Regenwassermanagement folgen dem Prinzip der Schwammstadt und stärken Mikroklima, Biodiversität und Aufenthaltsqualität gleichermaßen.


