
Der Entwurf für das Brainergy Forum Jülich verbindet die denkmalgeschützte Substanz des historischen Rathauses mit einem zeitgenössischen Veranstaltungsbau und einer neu gestalteten öffentlichen Parklandschaft. Ziel ist ein offenes Ensemble, das Innenstadt, Rathaus und Grünraum miteinander verknüpft und die historischen Schichten des Ortes erlebbar macht. Der neue Veranstaltungssaal wird als eigenständiges Volumen im bislang versiegelten Innenhof positioniert. Seine perforierte Aluminiumfassade bildet einen bewussten Kontrast zu Ziegel und Sandstein des Bestands. Ein weit auskragendes Holzdach mit kassettenartiger Tragstruktur verbindet Alt- und Neubau und schafft geschützte Übergangsräume. Das zentrale Foyer erschließt die unterschiedlichen Gebäudeteile und verknüpft die Eingänge an der Großen Rurstraße und der Kartäuserstraße. Der stützenfreie Veranstaltungssaal ermöglicht durch flexible Raumteilungen vielfältige Nutzungen. Bestehende Gebäudeflügel nehmen Bühne, Künstlerbereiche sowie Büro- und Nebenfunktionen auf. Barrierefreie Erschließung, getrennte Anlieferungswege und eine anpassbare Tiefgarage gewährleisten eine funktionale Organisation bei begrenzten Eingriffen in die historische Substanz.
| Ort | Jülich |
| Zeitraum | 07/2026-10/2026 |
| Art des Verfahrens | nichtoffener hochbaulich-freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb, Teilnahme |
| Auftraggeberin | Stadt Jülich und Starke Projekte GmbH |



Das Nachhaltigkeitskonzept basiert auf dem Erhalt und der Weiterverwendung vorhandener Baustrukturen. Holztragwerke, Photovoltaik, begrünte Retentionsdächer und reduzierte Flächenversiegelung verbinden ressourcenschonendes Bauen mit langfristiger Anpassungsfähigkeit.
Das Freiraumkonzept greift die historische Abfolge von Bastion Eleonore, Festungsgraben und Flussgarten auf. Durch gezielte Vegetationsgestaltung, landschaftliche Wege und die Freilegung historischer Spuren wird die ehemalige Festungsstruktur wieder sichtbar. Eine vorgelagerte Backsteinterrasse erweitert das Forum in den Park. Bestehende Großgehölze, standortgerechte Neupflanzungen und ein integriertes Regenwassermanagement stärken die ökologische Qualität. Insgesamt versteht sich das Brainergy Forum als behutsame Weiterentwicklung des historischen Ortes, die Denkmalschutz, flexible öffentliche Nutzung, nachhaltige Konstruktion und landschaftliche Identität zu einem zusammenhängenden städtebaulichen Konzept vereint.





