
Die alte Brücke ist restlos beräumt. Für ein paar Jahre wird der Blick auf die Altstadtsilhouette unverbaut bleiben. Die Elbwiesen verlaufen direkt vor die Festungsmauern und die darüber aufragende Stadtkrone. Diese schöne Stadtvedoute wird tausendfach fotografiert werden und sich ins Gedächtnis ihrer Betrachtenden prägen. Ein inspirierendes Bild, der Malgrund ist frei und setzt gleichzeitig hohe Maßstäbe an die Einfügung des Neubaus.


Die Räume der Stadt
Neustädter Markt, Carolaplatz, Altstädter Ring, Sankt Petersburger Straße, Pirnaischer Platz, Budapester Straße, Sachsenplatz, Terrassenufer, Rathenauplatz, Leipziger Tor, Dippoldiswalder Platz, Bürgerwiese, Große Meißner Straße, Georgplatz, Rathausplatz, Albertstraße ...
all das sind klangvolle Namen. Aber was haben Sie im Sinn, wenn Sie diese hören oder an diese Orte in Dresden denken? Schöne Plätze, lebendige Boulevards, erholsame Parks? Leben, Genuss, Entspannung, Erlebnisse und ein harmonisches und selbstverständliches Miteinander von Verkehr und Stadtleben? Leider werden Sie all das an anderen Orten suchen müssen.
Welche Potentiale könnten sich also an diesen Orten entfalten? Kommen Sie mit auf einen kleinen Rundgang im Stadtmodell.

Dreistrahl und Platzsequenz
Die Albertstraße wurde neu gefasst mit Platanen und gesäumt von Läden und Restaurants in neuen und sanierten Gebäuden. Der Archivplatz bietet unter einem Baumdach Platz für Markt im Freien vor der historischen Markthalle. Die Stadtachse steht ihren beiden schönen "Schwestern" im Dreistrahl des Albertplatzes, der Hauptstraße und der Königstraße, nun in nichts mehr nach. Der Carolaplatz ist, bestanden mit neuen Stadthäusern und eleganten Kolonnaden, endlich auch als solcher erkennbar. Von hier aus führen neue Verbindungen in die angrenzenden Stadtteile. Gemeinsam mit Leipziger Tor, Palaisplatz und Neustädter Markt bildet er eine prächtige Abfolge von Plätzen entlang der Großen Meißner Straße, die sich zum Baum bestandener Stadtboulevard gewandelt hat.

Bogenbrücke mit Schwung
Die neue Carolabrücke ist als elegante und zurückhaltend geformte Bogenbrücke wiedererstanden und fügt sich so respektvoll und harmonisch in das Stadtbild ein. Skulptural und einfach detailliert ist sie eher Kunstwerk als bloßes Verkehrsbauwerk. Charakteristisch ist der groß gezogene S-förmige Schwung im Grundriss, der sie von den anderen Brücken unterscheidet und die Bewegung auf ihr zu einem besonderen Erlebnis macht. Der neu gestaltete Brückenkopf wird nun von einem Dreiklang aus bestehender Synagoge, einem neuen Belvedere auf der Brühlischen Terrasse und einer ‚Kunstlaube‘ als schwebendes Dach auf hohen Stützen charakterisiert. Der Promenadenring fließt hier in die weiten Elbwiesen am Terrassenufer.

Brückenköpfe und Uferpromenade
Der neue Brückenkopf bildet ein spannendes Pendant zum Theaterplatz und erweitert das berühmte ‚Gesicht der Stadt‘ über eine neu gestaltete Promenade am Terrassenufer bis hin zum Sachsenplatz, der am Kopf der Albertbrücke als belebter Stadtplatz und urbanes Zentrum der Johannstadt wiedererstanden ist.

Altstadtring und Ringbauten
Der neue Promenadenring verläuft unter vier Reihen groß gewachsener Schnurbäume entlang der, vor dem Polizeipräsidium ‚fertig gebauten‘ Altstadt. Auch gegenüber an der Steinstraße und um den Pirnaischen Platz entstanden neue Gebäude. Um den nun viel klarer definierten Pirnaischen Platz steht nun ein repräsentatives und einladendes Gebäudeensemble - das neue Wissensforum. Im Herzen der Stadt ist es ein Austauschort für die Wissenswirtschaft mit ihren Standorten im Dresdner Süden und die neu aufgeblühten Industrien des Dresdner Nordens.

Neuer Rathauspark
Am Georgplatz entstand durch Rückbau des weit aufgespannten Kreuzungsbereiches eine grüne Stadtoase, die die Bürgerwiese und den Promenadenring miteinander verbindet – nennen wir sie den Neuen Rathauspark. Die südliche Petersburger Straße wurde durch lockere Bebauung und Baumstruktur enger gefasst und verbindet nun die Seevorstädte, statt sie brachial zu durchschneiden. Von der Ringpromenade führt eine Reihe breiter, für die Dresdner Innenstadt charakteristischer Radialstraßen in die Vorstädte. Die großen Straßenräume wurden umstrukturiert und gebündelt und die übrigen Flächen in langgestreckte Parklandschaften verwandelt, in denen das Regenwasser von Gebäuden und Straßenoberflächen geleitet wird und sie reich grünen und blühen lässt.

Unsere Position von Oktober 2024


