
Mit der Aufnahme als Förderprojekt des Bundesprogrammes „Anpassung urbane Räume an den Klimawandel“ erhält die Stadt Göttingen die Chance, dem schönen, aber in die Jahre gekommenen, Cheltenhampark neues Leben einzuhauchen. Im Rahmen einer Gesamtvision mit nachhaltigem Entwicklungsansatz wird die Attraktivität erhöht sowie der Denkmalschutz und die Zukunftsfähigkeit gesichert. Der neue Cheltenhampark steht dabei im Spannungsfeld zwischen Klimawandel, vielschichtigen Nutzungsangeboten und der Wahrung eines bedeutenden Stücks Stadtgeschichte. Gleichsam fungiert der Park als wichtiges Naherholungsgebiet in der Stadt und bildet einen zentralen Trittstein im „Grünen Ring“ um den Stadtkern.
Mit Fingerspitzengefühl wird die Zonierung des Parks neu gestaltet, durch nachhaltige und zukunftsweisende Veränderungen unter Bewahrung wertvoller, denkmalgeschützter Strukturen und eines verantwortlichen Mitteleinsatzes. Dabei wirkt die neue Gestaltung zurückhaltend und zeitgemäß fordernd, mit Hauptaugenmerk auf ökologische Themen und hohe Designstandards.
Angelagert an das historische Wegesystem entstehen, unter dem übergeordneten Leitbild des Klimawandels, charaktervolle Raumtypologien (Blaugrüne Landschaft, Blühende Landschaft, Aktives Zentrum, Spiellandschaft, Erinnernde Landschaft), die die Balance zwischen flexibler Nutzbarkeit, ökologischem Anspruch und identitätsstiftender Gestalt finden. Das historische Bild der ehemaligen drei Teiche (kleiner Feuerteich, Feuerteich, Schilfteich) im Cheltenhampark wird aufgegriffen und findet zu einer Neuinterpretation. Einladend und großzügig präsentieren sich die neuen Zugänge und leiten Nutzer*innen durch den Park.
| Art des Verfahrens | Nichtoffener freiraumplanerischer Wettbewerb |
| Preis | 1.Preis |
| Ort | Göttingen |
| Jahr | 2022-heute |
| Größe | 3,5 ha |
| Bearbeitungsstand | derzeit Erbringung LPH8 |








Die Umsetzung ist in vollem Gange und zeigt bereits neue Konturen. Der nördliche Bereich wird zu einer `Blaugrünen Landschaft´ umgeformt, die sich dem Thema der Retention und Versickerung widmet. Die gestalterische Integration offener Mulden wird zum Element der Reinterpretation des ehemaligen Kleinen Feuerteichs und dient der Versickerung des anfallenden Niederschlags als Teilbeitrag zum nachhaltigen Regenwassermanagement. Erklärtes Ziel ist der nachhaltige Umgang mit dem Niederschlagswasser, das auf dem Areal gezielt geführt und gespeichert wird und die Schaffung einer erhöhten Resilienz gegenüber den anstehenden klimatischen Veränderungen bildet. Ein Element sind dabei bepflanzte Sickermulden, die das Regenwasser bei Starkregenereignissen sammeln und so die Kanalisation entlasten. Sie speichern überdies das Regenwasser über längere Zeit und kühlen durch dessen Verdunstung das Stadtklima. Die Bepflanzung folgt im Herbst - hier werden Gräser verwendet, die sowohl mit extremer Nässe als auch mit Trockenheit und Hitze zurechtkommen.
Gleichzeitig fungiert die `Blaugrüne Landschaft´ als ausgedehnte Parklandschaft, die mit einem vergrößerten Entrée am Rohns'schen Badehaus die unterschiedlichen Besucherströme begrüßt. Verknüpfungen an den Rändern werden aufgenommen und es besteht hier die Möglichkeit eine Außengastronomie zu etablieren. Die klare Zuweisung zwischen Rad- und Fußweg trägt dazu bei Konflikte zwischen den Nutzergruppen zu vermeiden. Großzügige Sitzstufenanlagen aus Stampfbeton dienen als Randeinfassung und nutzbares Element zum Sitzen und Verweilen.







Die zukunftsfähige Neugestaltung des Parks im Rahmen des Bundesprogramms „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ basiert auf den Zielsetzungen des Göttinger Klimaplans 2030. Dieser sieht einen Ausbau der Frisch- und Kaltluftzufuhr im innerstädtischen Bereich sowie die Sicherung vorhandener Grün- und Freiräume mit ihrem bedeutenden Kühlungs- und Versickerungspotenzial vor.
Wie viele andere Städte ist auch die Stadt Göttingen zunehmend von Hitzewellen betroffen. In Verbindung mit versiegelten Flächen und mangelndem Schatten sinkt die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner in den Sommermonaten erheblich. Der Cheltenhampark ist der größte Park in der Göttinger Innenstadt und wird daher intensiv genutzt. Der im Park liegende Schwänchenteich befindet sich jedoch in einem kritischen Zustand. Aufgrund eines erhöhten Nährstoffeintrags droht er aus dem ökologischen Gleichgewicht zu geraten und umzukippen. Zudem führen die unterschiedlichen Nutzungsbedürfnisse immer wieder zu Konflikten im Park. All diese Punkte fließen in das Vorhaben ein, den Park als grüne Erholungsfläche weiterzuentwickeln und an die Folgen des Klimawandels anzupassen.


