
Städtebaulicher Entwurf Werkstattverfahren Hafencity
Das an die Innenstadt angrenzende Gebiet des Neustädter Hafens in Dresden ist ein wertvolles Areal für attraktives Wohnen am Wasser. Für die Bebauung der Flächen am Neustädter Hafen engagiert sich seit 2010 die USD Immobilien GmbH. Um die bestmögliche Bebauung mit Zustimmung der Dresdnerinnen und Dresdner sowie der Politik zu erreichen, initiierte die USD Immobilien GmbH mit dem Stadtplanungsamt Dresden ein Werkstattverfahren.
„Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden und stolz, dass ein so passender Entwurf entwickelt wurde und das ganze Gremium für sich gewinnen konnte“, erklärt Ulf Mehner, Sprecher der USD Immobilien GmbH. Alle Beteiligten aus Politik, Verwaltung und Architektur überzeugte sowohl die städtebauliche Anordnung der verschiedenen Baukörper, die Grundidee von drei Quartieren in der „Hafencity“ mit einer ruhigen und geordneten Struktur sowie der Nachhaltigkeitsgedanke mit dem achtsamen Umgang der vorhandenen Grünflächen. Der Entwurf sieht eine großzügige Hafenpromenade, Gründächer sowie Raum für großkronige Bäume vor. Dabei achteten die Architekten auf eine größtmögliche Entsiegelung der Flächen und die potenzielle Nutzung von Photovoltaik. Die Wiederverwendung von vor Ort vorgefundenem Material wird angestrebt, um die vorhandene örtliche Identität aufzunehmen und zu stärken. Beim Hochbau setzt der Entwurf ebenfalls auf Nachhaltigkeit durch den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen.“
(Pressemitteilung zur Ausstellung beim Stadtplanungsamt, Oktober 2016)
| Art des Verfahrens | nichtoffener Realisierungswettbewerb |
| Preis | 1. Preis |
| Ort | Dresden |
| Jahr | Städtebaulicher Entwurf 2016, Objektplanung Pavillons 2023 |
| Partner | Städtebaulicher Entwurf in Zusammenarbeit mit Rohdecan Architekten |
| Öffentliche Freianlagen von Noack Landschaftsarchitektur | |
| Größe | 15,7 ha Plangebiet; 8,7 ha Bearbeitungsgebiet |
| Fotograf | www.wunderwaldphoto.com |
| Bearbeitungsstand | abgeschlossen |





Objektplanung Pavillons am Neustädter Hafen
Seine Lage an den Ufern des Neustädter Hafens gibt dem neuen Wohn- und Gewerbequartier Hafencity eine Qualität, wie sie in Dresden einmalig ist. Der unter Denkmalschutz stehende Hafen war auch bisher Anlaufpunkt für Naherholung. Mit dem Bau der Hafenpromenade und den zwei Pavillons, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit eine gastronomischen Nutzung erfahren werden, entsteht eine qualitative hochwertige Erlebbarmachung der Elbe für die Bewohner der Hafencity aber auch für Besucher. Flexibilität war also bei der Gestaltung erste Prämisse, denn ein Ort wie dieser muss wachsen und entstehen können. Startet vielleicht im Sommer ein Eiscafé, gibt es im nächsten eine hippe Bar.


Bezugnehmend auf die Geschichte des Hafens als Schiffswerft wurde das Material Stahl gewählt, so behält der Ort seinen industriellen Charme. Ein Stützenraster aus Doppel-T Trägern erinnert durch seine Anordnung gleichzeitig an einen Gartenpavillon und gibt der Konstruktion eine schwebende Leichtigkeit. Die starke Dachkonstruktion von ca. 100 cm, welche durch die Begrünung notwenig wird, wirkt leicht. Eine Spundwand aus Cortenstahl funktioniert als Terrainbefestigung und mit einem Geländer versehen als Brüstung vom Elberadweg aus. Die abgehängte Decke kann alle klimatischen Funktionen aufnehmen. Ein System an Fenstern und Wänden kann flexibel eingebaut werden. Geschlossene Bereiche dienen dem öffentlichen WC oder dem Lagerbereich, während der Gästeraum mit großzügig dimensionierter Verglasung lichtdurchflutet wirkt. Für überdachte Außerbereiche kann unter die tragende Dachkonstruktion ein Sonnensegel gespannt werden. So bleibt der Raum hell, aber geschützt.





Angelehnt an die Weiten der Elbwiesen und die ruderale Vegetation des Hafenbeckens wird das Dach der Gebäude mit trockenheitsrestistenten Gräsern, heimischen Blühstauden und niedrigen Sträuchern bepflanzt. Die gräserlastige Pflanzung mit Federgras und Baustrahlhafer bewegt sich federleicht im Wind. Blühende Akzente setzten beispielsweise Prachtkerze, Witwenblume und Wildrosen.


