
Das Plangebiet am nordwestlichen Stadtrand von Göttingen definiert den Übergang vom gewachsenen Dorfkern des Stadtteils Grone in den Landschaftsraum. Diese Lage ist sogleich auch das größte Potential für die Entwicklung des Plangebietes zu einem nachhaltigen und identitätsstiftenden Quartier.
Das Plangebiet gliedert sich in drei Teilbereiche. Im Norden werden die bestehenden Gartennutzungen fortgeführt und ergänzt. Im zentralen Bereich fließt der Landschaftsraum, als übergeordneter Freiraum, in das Plangebiet und über den im Osten angrenzenden Friedhof tief in den Stadtteil Grone ein. Der zentrale Freiraum fungiert so als Frischluftschneise. Im Süden entsteht das neue Stadtfeld. Dieses schließt räumlich und thematisch an das dörfliche Zentrum Grones an und vervollständigt den Stadtgrundriss zu einem zusammenhängenden Gefüge aus spannungsvollen Stadträumen.
Das entstehende Stadtfeld selbst gliedert sich durch zwei zentrale Elemente. Zum einen verläuft der Graben als grüne Fuge von Nord nach Süd, zum anderen zieht sich der blaugrüne Anger als Rückgrat von Ost nach West durch das Plangebiet. Am Schnittpunkt der beiden Element weitet sich der Anger zu einem Quartiersplatz auf. Von Süden nach Norden verlaufende Gassen verbinden den Lange Rekesweg über den blaugrünen Anger mit dem Landschaftsraum im Norden und gliedern so das Plangebiet in acht Baufelder.
Das Mobilitätskonzept mit Schwerpunkt auf Förderung der nichtmotorisierten Fortbewegung begünstigt eine umweltfreundliche und gesunde Lebensweise. Der gesamte Verkehrsraum wird als Mischverkehrsfläche ausgestaltet und erhält als öffentlicher Raum Aufenthaltscharakter.
| Art des Verfahrens | Nichtoffener städtebaulich-landschaftsplanerischer Wettbewerb |
| Preis | 1.Preis |
| Ort | Göttingen |
| Jahr | 2023-heute |
| Größe | ca. 7,5 ha |
| Bearbeitungsstand | städtebaulicher Entwurf, Rahmenplanung und Bebauungsplanung abgeschlossen |
| derzeit Erstellung Gestaltungshandbuch und Objektplanung Freianlagen LPH3 |





Der Bebauungsplan Göttingen-Grone Nr. 42 „Lange Rekesweg“ bildet die planungsrechtliche Grundlage für die Entwicklung des Quartiers. Aufbauend auf dem städtebaulichen Rahmenplan konkretisiert er die städtebauliche Idee und legt verbindliche Festsetzungen zur Nutzung, Maß der baulichen Nutzung, Erschließung und Gestaltung der Grundstücke fest. Als Satzung der Stadt Göttingen besitzt der Bebauungsplan rechtsverbindliche Wirkung und ist maßgeblich für die bauordnungsrechtliche Prüfung von Vorhaben im Plangebiet. Neben der Festlegung von Baugrenzen, Geschosszahlen, Gebäudehöhen und Dachformen regelt der Bebauungsplan auch die Strukturierung der Freiflächen. Darüber hinaus enthält er grünordnerische Festsetzungen zum Erhalt bestehender Gehölze, zur Pflanzung heimischer Arten sowie zur Regenwasserbewirtschaftung.

Das Gestaltungshandbuch ergänzt den Bebauungsplan Göttingen-Grone Nr. 42 „Lange Rekesweg“ und dient als Wegweiser für Bauherren, Investoren, Privatpersonen und Planende zur Umsetzung der gestalterischen Leitidee des städtebaulichen Entwurfs. Erläuterungen und Beispiele in diesem Handbuch verdeutlichen die jeweiligen Vorgaben und Empfehlungen zum Bebauungsplan. (s. Auszug unten)
Das Quartier „Lange Rekesweg“ steht exemplarisch für eine innovative, ressourcenschonende Stadtentwicklung und soll auch für zukünftige Projekte in Göttingen richtungsweisend sein. Durch langlebige Materialien, zeitlose Gestaltung und energieeffizientes Bauen wird der langfristige Wert des Quartiers gesichert.




